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Stand vom 12.10.2010
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Bez.: Notàri
Prod.: Nicodemi
Reg.: Italien - Abruzzen
Jahrgang: 2004
Typ: Rotwein
Rebsorte: Montepulciano
Alkohol (Vol.%): 13,5
Preis: 11,9 Euro (im Handel)
Bewertung:
Autor: eike
Verk.-Datum: 15.08.2007
VKN-Details:
Montepulciano? Kann mit seinen besten Produkten nicht mehr als nur mengen-
ergiebige Traube abgetan werden für Verschnittweine zur Pizza-Spülung. Jedenfalls in der Region d´Abruzzo, der fünftgrößten Weinliefer-Region Italiens,
hat sich letzter Jahre Einiges zum Besseren entwickelt. Nicht zuletzt durch das vor 40 Jahren von Bruno Nicodemi gegründete Gut, das heute als Öko-Betrieb mit 30
bepflanzten Hektar und einem Ausstoss von 200 000 Flaschen von seinen Kindern Elena und Alessandro geleitet wird. Für seine besten Weine erhielt der in der Region bedeutende Betrieb mit der 2003er-Ernte den DOCG-Status Colline Teramane. Was allerdings arg viel nicht heissen muß, da die Bestimmungen immer noch im Vergleich zu anderen Nationen mit leichter Hand verfasst sind.
Zu den besten Weinen Nicodemis zählt der der unterhalb des doppelt so teuren Flaggschiffs Neomoro rangierende Notàri, in dem die bisherige Riserva-Linie
des Hauses aufging.
Der handgelesene Wein stammt von Trauben 40 Jahre alter, 250 Meter über dem
nahegelegenen Meer auf Mischböden von Lehm und Kalk stehenden Reben. Zuständig im Wingert ist Federico Curtaz, der derzeit neue Anbauformen erprobt.
Den Weinkeller verantwortet Paolo Caciorgna. 10 000 Flaschen erbrachte dieser 2004er, mit 70 Hektolitern pro Hektar. Wobei zukünftig niedrigere Erträge angestrebt sind.
Die Vinifizierungsangaben sind mit Vorbehalt zu lesen, da sich Daten des
Handels in einigen Punkten widersprechen. Eine Klärung über das Internet ist nicht
möglich, da Nicodemi über keine website verfügt. Einerseits gibt der Handel
an, der Wein habe zwölf Monate in Barriques und sechs in der Flasche geruht, andrerseits liest sich, der Wein sei im Großfass ausgebaut. Letzteres will die Zunge eher glauben, es sei denn, es hat sich um Barriques von Vielfachbelegung gehandelt, beziehungsweise, der Wein ist durch neuere Barriques lediglich durchgehuscht. Aber selbst das dürfte bei dem Preis selbst mit ungarischer
Eiche nicht so recht wahrscheinlich sein.
SechszehnGrad undekantiert im großen Glas empfiehlt sich der Notàri der Nase mit vollem Kirschparfüm, einem Veilchenton und leichter Ledernote. Was der
verführerische Duft erhoffen lässt, findet sich im Körper der Gewichtsklasse Mittel-
voll in solcher Fülle nicht. Zwar rotschwarze Kirsche reichlich, eine leichte Süsse, Weichtannine, gelungene Säure und eingangs rundes Mundgefühl. Aber bereits am Mittelgaumen hält er nicht durch. Die vom Handel herausgestellte
Länge, die will sich mit so austrocknendem Abgang auch nach empfohlenem zweistündigem Dekantieren nicht einstellen. Durch Belüften steigerte sich der Wein von 89 auf 90.
Veronelli gab 91 Punkte, Duemilivani vier Trauben.
Auch am zweiten Tag hat der Dunkelrote noch Stand, ohne verloren oder dazugewonnen zu haben.
Handelsprognose Trinkfähigkeit: 2012 plus. Was ich sanft anzuzweifeln wage.
Ein Wein, der keinesfalls enttäuscht zu diesem Preis, der ja auch nicht
ohne kleinen Charme ist.
Essensempfehlung: Spitzen-Pizza ist ein unter Snobs weit unterschätzter Genuss.
Nachnotiz: Im Februar 2008 gab Parker 90 Punkte.
Trinkreife: trinken oder lagern