Château Pauillac, St.Julien, St.Estèphe 1988

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Stand vom 12.10.2010
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Bez.: Château Pauillac, St.Julien, St.Estèphe
Prod.: Château Pauillac, St.Julien, St.Estèphe
Reg.: Frankreich - Bordeaux - Medoc
Jahrgang: 1988
Typ: Rotwein
Rebsorte: Cuvée
Alkohol (Vol.%):
Preis:
Bewertung:
Autor: urbia Notizen
Verk.-Datum:
VKN-Details:
Titel:
1988er Pauillac, St.Julien, St.Estèphe
Beschreibung:
Am 18.06.04 fand in Göttingen im Bordeaux-Kreis eine Verkostung von 1988er Bordeaux aus den Bereichen St.-Estephe, St.-Julien und Pauillac statt. Mit dabei die Premiers und fast alle Deuxiemes. (Verdeckt) verkostet wurde 3 Flights mit je 4 Weinen. Leider verfolgte uns das Korkpech auch diesmal wieder: LLC war praktisch hinüber, Latour merklich beeinträchtigt, aber noch zu beurteilen.
Zutaten:
Eine Zusammenfassung vorweg: Die 88er beginnen jetzt wirklich viel Spaß zu machen. Zwar hat dieser Jahrgang wohl nicht die absoluten Spitzen hervorgebracht, aber die besten Weine präsentieren sich als wahre Klassiker, die - von wenigen Ausnahmen abgesehen - mit einer klaren Frucht und einer frischen Säure ausgestattet sind. Weiterhin kann man festhalten, dass sich die Premiers in diesem Jahr qualitativ nicht absetzen konnten. Und: Es gibt Weine aus der zweiten Reihe, die von Parker vollkommen verkannt wurden und deswegen geradezu als Schnäppchen gelten können. Aber jetzt der Reihe nach.
Den Auftakt machten die St. Juliens, die naturgemäß im ersten Flight etwas kritisch beäugt wurden (aber: Niemand wusste, welche Appellation er vor sich hatte). Trotzdem kam spontane Begeisterung auf: Der Lagrange wurde von allen als großer Wein (an)erkannt (90-95 P., Du. 92,2 P.). Intensive Nase mit Mocca und Blaubeere, trotz mächtigen Tannins sehr harmonisch und mit viel Potenzial. Ebenfalls großartig Léoville-Barton, der durch seine klassischen Proportionen gefiel; nicht schwer, aber mit schöner Cassis-Frucht (88-93, 90,7). Beim Gruaud-Larose schieden sich dagegen die Geister: Einigen gefiel das Stinkerl in der Nase nicht, anderen missfiel die leichte Grasigkeit der Frucht. Daher in diesem Flight (ehrenvoller) Letzter (85-91, 88,1). (LLC war leider nicht zu bewerten, schade).
Im zweiten Flight die St.-Estèphe, auch hier kam bei einigen viel (fast überschwängliche) Freude auf, andere konnten den etwas kernigeren Weinen nicht ganz so viel abgewinnen. Überraschungssieger in dieser Runde der Calon-Ségur, dessen mächtiges, vielschichtiges Bukett ebenso gefiel wie der konzentrierte und langandauernde Auftritt am Gaumen (86-96, 92,5). Nur wenig dahinter Cos dEstournel, der sich aus dieser Flasche allerdings noch etwas unfertig zeigte (Gumminoten in der Nase, gewisse Grasigkeit der Frucht). Reifere Flaschen wären wahrscheinlich als Punktsieger vom Platz gegangen (87-95, 91,7). Und - Überraschung, Überraschung (oder doch nicht?) - wieder eine Bank der Meyney, ein großartiger Wein, der seine ca. 30 € mehr als wert ist. Wer den noch nicht im Keller hat, sollte sich nach ein paar Flaschen umsehen. (86-94, 90,8). Abgeschlagen der Montrose, der in diesem Jahr das Potenzial wahrlich nicht ausschöpfen konnte. Zwar kommt die Frucht sehr sauber daher, aber es fehlt etwas an der Dichte, die man von einem Chateau dieser Reputation einfach erwarten muss (85-92, 88,5). Aber: Parkers 83 Punkte erscheinen nicht gerecht (Wie viele andere Bewertungen für 88er auch).
Der letzte Flight, wurde mit Spannung erwartet, denn viele hatten schon im zweiten Gang die Pauillacs im Glase vermutet. Zwar blieb eine Steigerung des Niveaus aus, aber es war ein sehr geschlossener Auftritt. Für mich persönlich der beste Wein des Abends der Lafite, ein klassischer, fast sinnlicher Pauillac mit enormer Konzentration. In keiner Weise konnte ich nachvollziehen, dass einige aus unserem Kreis einen zu hohen Alkoholgehalt monierten (hier wurde wohl Glycerin mit Ethylalkohol gleichgesetzt), so dass letztlich nur 92,3 Points (89-96) raussprangen. Gleichauf platzierte sich der Pichon Baron, ein sehr gelungener, jetzt wunderschön zu trinkender Wein, der dem 89er und 90er nur wenig nachsteht (89-96, 92,3). Für mich immer noch kaufenswert. Zwiespältige Gefühle hinterließ der Mouton, an dem wirklich nichts auszusetzen ist. Schön trinkbar, aber mit wenig Dampf. Ich persönlich ziehe den 87er vor. Einige aus unserem Kreis sahen das ganz anders, deswegen immer noch ordentliche 91,2 P. (88-95). Wahrscheinlich wäre der Latour mit ganz vorn gelandet, der aufgrund der Korkbeeinträchtigung seine Qualitäten nicht voll ausspielen konnte. Ein durch und durch ernster Wein, der immer noch sehr jugendlich wirkt (89-93, 90,6).
Nochmals zum Schluss: 88er sind für mich aufgrund der attraktiven Preise immer noch klare Kaufkandidaten. Ganz vorneweg Lagrange und Meyney.

Zubereitung:
hgerste, 19.06.04
Anzahl Personen:
12
Zubereitungszeit:
gesehen von:
claus grote, manubi (Manfred Nusbaum), Ender Bodur, Andreas Herrmann, Wolfgang Koerver, Karl Achten, palmerfan (Bernhard Lauscher),

Quelldatei: 1988er Pauillac, St.Julien, St.Estèphe Hartmut Gerstenkorn 19.06.04.htm
Trinkreife: keine Angabe