Shiraz 2002

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Stand vom 12.10.2010
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Bez.: Shiraz
Prod.: Luddite
Reg.: Südafrika - Walker Bay
Jahrgang: 2002
Typ: Rotwein
Rebsorte: Shiraz
Alkohol (Vol.%): 15,5
Preis: 27,5 Euro (im Handel)
Bewertung:
Autor: eike
Verk.-Datum: 21.07.2006
VKN-Details:
Shiraz hält sich in Südafrika im Kommen. Die Sorte verzeichnet am Kap derweil sogar das stärkste Wachstum bei Neuanpflanzungen.

"Technologie und Mechanisierung werden niemals Leidenschaft ersetzen". lautet das Credo eines Ehepaars , das seit 1999 das Gut Luddite betreibt; nicht zu verwechseln mit dem kalifornischem gleichen Namens.

Zwei Gärten mit 19 Jahre alten, auf Trockenböden wachsenden Rebbestandes von derzeit noch nur fünf Hektar im Gebiet Walker Bay liefern den Grundstoff für den
rigoros ausgelesenen Shiraz Luddite. Der drei Tage kalt mazerierte Most fermentierte offen unter Verwendung von Rhone-Hefen. 12 Monate ruhte er in französischem und US-Barrique, 75 Prozent davon französisches. Insgesamt 25 Prozent Neuholz, 50 zweites Holz, 10 drittes und 15 viertes Holz läßt auf ausgewähltes Tuning schließen.

Der Ehrgeiz Gutsbesitzers Niels Verburg, früher Beaumonts Kellermeister, und seiner Frau Penny war von Anbeginn einen Shiraz von Weltklasse zu erzeugen.

Ist das mit dem Luddite 2002 gelungen, einem am Kap qualitativ durchwachsenem Jahr?

Der tiefdunkle Wein bietet bei 20 Grad im großen Glas erst nach einiger Standzeit seinen vollfruchtigen Duft. Doch an den Gaumen geht der Luddite dann sofort geradeaus mit geballter Frucht, vor allem Schwarzkirsche, unterlegt mit der Note von echter Lakritz als erstem Eindruck, zu dem Kräuterwürze sich gesellt. Vollstkörper gibt gutes Mundgefühl - bis nach hinten zu die Säure plötzlich durchsticht, und so anhält, das sie den langen Abgang prägt. Unbedingt dekantieren, will man ihn jetzt schon trinken, denn in der Nachverkostung tags darauf hatte sich Einiges an Säure gelegt und der Wein präsentierte sich insgesamt in gewonnener Harmonie.

Nichts für Schnelltrinker. Geduld wird belohnt. Kein angehübschter Wein. Wenn er sich rundet - längeres Lagerpotentential darf aufgrund seiner strammen Struktur erhofft werden - ist er ohne ein Wenn oder Aber zu den Klasseweinen zu zählen. 92 Punkte mit einem dicken nach oben hin offenem + auf Entwicklung setzend.

Nun haut man auch in Südafrika auf die Preispauke. Aber rund 28 Euro wiederum bei dieser Qualität, warum nicht, im Vergleich zu Australien oder gar Frankreich für sortenreinen Syrah/Shiraz.

Der 2002er Luddite ist als Wein der Woche von Jancis Robinson gewählt. John Platter vergab 4,5 von 5 Sternen. Decanter hält ihn für einen der zehn besten Weine Südafrikas. Das Fachmagazin gab ihm in der Shiraz Competiton 4,5 von 5 Sternen, dokumentiert nebenher damit zurückhaltende Begeisterung gegenüber südafrikanischem Wein. Der WineSpectator gibt sich gegenüber dem - (zu?) früh verkosteten - Wein mit 89 Punkten allerdings etwas arg reserviert.

Kompromißlos ausschließlich auf Handarbeit zu setzen, bekräftigen die Verburgs optisch mit dem bewußt auf Rustikal handgemacht wirkendem Etikett. Auf dem ist jede der 12600 Flaschen des 2002ers tatsächlich per Hand durchnummeriert. Die Pflanzung fünf weiterer Hektar ist geplant. Wird der Wein zum Verkaufsknaller, bedeutet das einige Schreibarbeit mehr.

5.11.2006: Gegenwärtig bietet "Vinum" in der November-Ausgabe als zeitlich und im Umfang begrenzte Sonderofferte den 2003er für 29,99 Euro an.

12.12.06: Jüngst wurde der Luddite vom Rheinischen Merkur hoch bewertet.
Inzwischen hat der Wein seinen Platz auf der Karte einer ganzen Reihe deutscher
Sterne-Restaurants gefunden.
Trinkreife: noch lagern