Details zur Verkostungsnotiz Eintrag erstellt/geändert am 21.03.20 20:58

Bezeichnung: Welschriesling - Fürchtegott - trocken - Landwein Weinland
Winzer/Produzent: Jutta Ambrositsch
Land / Region: Österreich - Thermenregion
Jahrgang: 2015
Typ: Weißwein
Rebsorte: Welschriesling
Alkohol (Vol.%): 13
Verschluss: Schraubverschluss
Weitere Angaben:
Preis: 27 Euro je 0,75 l (im Handel) bei Karl Kerler - 05.02.2020
Bewertung: Nachkauf 3 von 3, Gesamt 23 von 25
Preis / Genuss: akzeptabel/angemessen
Autor/Verkoster: EThC
Verkostungsdatum: 14.03.2020
Eingetragen von: EThC ... geändert von EThC ... [Rückfrage zur VKN an EThC]
VKN im Detail: Deutlich goldgelb, dabei ganz leicht trüb im Glas. In der Nase Palmin, leicht schwefelig, Speckstein, auch etwas Basalt, quasi fruchtfrei, später auch Curcuma. Am Gaumen dann komplett anders, leicht "weiße" Kirsche, gepudert mit Basalt und Tuffstein, deutlich gerbstoffig, zeitweise etwas verbranntes Bakelit, frisch-kantige Säure, leicht Vanille, auch kräuterig in Richtung Oregano. Abgangsmäßig sehr lang, griffig braunwürzig auf die frisch-beschwingte Art trotz deutlichem Gerbstoffeinfluß.

Klasse WR mit klarer Naturtendenz ohne Freakcharakter, hohe Spannung durch Säure-Kräuter-Spiel!

1. Nachtrag nach 24 Stunden mit Luft: das Bukett ist kaum verändert, vielleicht noch ein bißchen mineralischer. Am Gaumen dann doch einigermaßen anders, die Frucht kommt jetzt eher als recht eingedickte weiße Johannisbeere daher, etwas Rambutan noch und sowas wie weiße Maracuja, wieder viel Gerbstoff, Tuff- und Speckstein, weißer Tee, etwas zuckerarmes, herbes Karamell bzw. weißes Malz, belegte Säure. Der ellenlange Abgang ist sehr gerbstoffig flaumig, nun eher weißwürzig, dabei dennoch sehr animierend.

Ich weiß nicht, ob das jemand mit den ganzen "weißen" Aromen nachvollziehen kann, ist irgendwie wie die deren "zentrale Essenz", sehr eigen! Höchst interessante Entwicklung auf gleichbleibendem Niveau.

2. Nachtrag nach 72 Stunden mit Luft: nasenseitig jetzt einiges an reduktiver Frucht in Form von sehr reifen Mirabellen und gelben Pflaumen, Flint und Basalt nun als Beigabe. Schmeckt etwas süßlicher, wobei einiges dieses Eindrucks dem nun vorhandenen Lakritzanteil zuzuschreiben ist, wobei die erstarkte Säure für gesteigerte Frische sorgt; das Ganze kommt auf einem leicht pelzigen Gerbstoffbett daher, zwischendrin wieder weißer Tee und auch leicht grünlich-frisches Apfelmus. Der Abgang hat sich ebenfalls in die etwas frischere Richtung entwickelt.

Noch immer keine Schwäche auszumachen, sehr schöne Entwicklung zur geschmeidig-frischen Seite hin, heute quasi ein Naturwein in Abendrobe.

3. Nachtrag nach 7 Tagen mit Luft: nun sind im Riechkolben Flint und pastöser Schwefel ganz vorne d'ran, die Frucht ist allenfalls zu erahnen. Am Gaumen stark geschwefelte Frucht wie getrocknete Apfelringe, Aprikosenschnitze und Physalis, dazu braune, malzige Bitterchen (ein bißchen wie "Bärendreck"), die Säure ist nun etwas geschmeidiger unterwegs, herbes, leicht teeriges Mineralbett. Der sehr lange Abgang lebt nun in erster Linie von seinen leicht bitteren Lakritznoten, die Niederviskosität bleibt aber gewahrt.

Immer noch ein superspannender Wein, der noch nicht daran denkt, den Druck aus dem Kessel zu lassen, hat nunmehr eine sehr abwechslungsreiche und aus meiner Sicht auch höchst erstaunliche Reise hinter sich! Wertungsmäßig gibt's keine Änderung...
Trinkreife: trinken oder lagern
Link 1: https://ec1962.wordpress.com/2020/03/18/meedels-weine-2/
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